Solarbackofen-Workshop
Ja, es ist Sonntag, ich habe mich trotzdem sehr auf den Tag heute gefreut, immerhin war die Woche durch die brütende Sommerhitze und ausfallenden Workshops zäher als erwartet. Umso besser aber für unseren heutigen Workshop, bei dem wir einen Solarbackofen selbst gebaut haben. Auf der Arbeit war ich um kurz vor 9 Uhr, um vor Beginn nochmal die Materialien in der Werkstatt durchzugehen.
Bis Uli ankam, habe ich mich noch um unser Kräuterbeet gekümmert, das in der Woche ein wenig unter der Hitze und gelegentlichen Angriffen durch die Wildschweine gelitten hat. Also ein entspannter Arbeitsbeginn, bevor gegen 10 Uhr unsere Teilnehmenden eintrudelten und von mir in Empfang genommen wurden.
Nach einer kurzen Überbrückungspause ging es auch schon los mit Ulis Vortrag zu Solarthermie, also grob, wie viel Energie von der Sonne aus auf die Erde trifft, welche Strahlung reflektiert wird und wie wir uns das Einfangen der langwelligen Strahlung für unsere Mini-Backöfen zunutze machen können. Wir lernten unterschiedliche Modelle von Solarbacköfen kennen und wofür sie eingesetzt werden.
Dann ging es ans Basteln. Aus einem kleinen und einem großen Postkarton, Dämmmaterial, Plexiglas und Alufolie bastelte jede*r einen eigenen kleinen Solarbackofen. Ich habe auch selbst einen Solarbackofen für die Biosphärenakademie als Anschauungsmodell gebastelt. Gleichzeitig unterstützte ich die Teilnehmenden und kümmerte mich um Aufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit. Es war eine sehr entspannte, spaßige Atmosphäre und ich fand die kleine Gruppe von 6 Erwachsenen sehr angenehm - es fühlte sich mehr nach einem gemütlichen kleinen Bastelnachmittag an, als nach Arbeit.
Weiter ging’s in der Kräuterküche, wo wir ein wenig Essen vorbereiteten. Herzhaft wurde es durch eine Art Bruschetta, die mit Käse überbacken werden sollte; süß durch Aufbackcroissants gefüllt mit Schokolade. Das Essen platzierten wir dann in unsere selbstgebastelten Öfen und warteten ab. Mein persönliches kleines Highlight war, dass wir zusätzlich unseren großen Solargrill aufstellten, da ich diesen noch nie in Aktion gesehen hatte. Ich war total beeindruckt davon, wie schnell das Ding viel zu heiß wurde und mir fast ein Loch in mein Croissant brannte. In den selbstgebastelten Öfen erreichten wir immerhin um die 70°C.
Schließlich wurde gemeinsam gegessen und geplaudert. Vom Workshop waren alle begeistert und es war so schön zu sehen, wie alle über ihre Öfen staunten, sich austauschten, eigene Ideen entwickelten und von uns ganz nebenbei noch mehr über das Biosphärenreservat wissen wollten.
Irgendwie hatte ich im Laufe des Workshops etwas Angst bekommen, dass am Ende keine*r so wirklich beeindruckt sein wird - weit gefehlt. Manchmal unterschätze ich wohl die Begeisterungsfähigkeit von Erwachsenen. Da merkt man doch, wie sehr mein Gehirn noch auf die Wissensvermittlung an der Uni gepolt ist. Zahlen, Fakten, schön und gut, aber lasst die Leute mal basteln!
Nachdem die Teilnehmenden sich verabschiedet hatten, räumten Uli und ich noch alles auf, besprachen ein wenig nach und gingen in unser wohlverdientes Restwochenende.
Luca Kohlmeyer
Umweltpraktikantin 2025
Ort
Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen