Ökosystem Wald
Heute musste ich schon um 06:00 Uhr aufstehen. Im Vergleich zu anderen Tagen ist das recht früh, aber da wir schon um 07:30 Uhr los Richtung Zollgarten wollten, hieß es natürlich um 07:00 Uhr im Büro in der Nationalpark-Verwaltung sein. Im Büro angekommen, als allererstes erstmal E-Mails gecheckt. Auch heute war da nicht viel los, wie meistens.
Nochmal schnell nachgeschaut, ob wir gestern auch alles Nötige für die heutige Führung gepackt hatten, Beutel geschnappt und schon war ich auf dem Weg zum Treffpunkt: 08:40 Uhr am Parkplatz Zollgarten. Heißt, ich muss spätestens 08:00 Uhr da sein, denn wer weiß, vielleicht kommt die Gruppe früher als geplant. Und siehe da, eine viertel Stunde vor ausgemachter Zeit trudelte die Schulklasse auch schon ein. 12. Jahrgangsstufe, ein Biologie-Leistungskurs des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums Großengottern. Es war meine 2. Führung, die ich begleitet habe. Und trotzdem durfte ich schon Teile übernehmen!
“Ökosystem Wald” heißt das Führungskonzept. Die Schüler*innen sollen lernen, was alles zu einem Ökosystem dazu gehört und welche Faktoren dieses beeinflussen. Direkt zu Beginn durfte ich das “Mischwald ist stabil”-Spiel anleiten. Selbst bei Älteren kommen so lockere Aktionen gut an! Mit Messgeräten mussten sie dann die abiotischen Faktoren im Wald aufnehmen, sowas wie Lichtintensität, Luftfeuchtigkeit, Windstärke und so weiter. Auch die Vegetation haben sie erfasst. Ich habe in der Zeit Vergleichswerte auf einer Offenfläche aufgenommen. So konnten sich die Schüler*innen mit unserer Hilfe dann überlegen, wieso diese Faktoren auf den beiden Flächen so unterschiedlich sind.
Wovor ich super nervös war, war der Boden-Teil, denn den hat mich die Rangerin komplett alleine machen lassen, weil ich so begeistert von Böden bin. Bewaffnet mit einem Kalkstein und Salzsäure habe ich den Schüler*innen erklärt, dass genau dieser Stein ein ganz besonderer Stein ist, denn er ist das Ausgangsgestein im Hainich und bildet somit die Lebensgrundlage für Vegetation und Bodentiere. Ganz begeistert waren sie natürlich von dem kleinen Experiment, denn wenn Salzsäure auf Kalk trifft, entsteht Kohlensäure, die dann für einige Sekunden so richtig aufblubbert. Und trotz meinen zitternden Händen lief das echt super, meldete mir selbst die Rangerin zurück.
So langsam neigte sich die Führung dann auch schon dem Ende zu. Es ging nochmal kurz um die wichtigen Aufgaben der Nationalparks in Deutschland und auch um den Welt-Naturerbe-Status des Hainichs. Nach einer kurzen Evaluationsrunde, wo jede*r kurz gesagt hat, was ihm/ihr am besten gefallen hat, bekamen alle noch einen Button zum Abschied, und dann ging es für uns auch schon zurück in die Verwaltung. Schnell die Materialien ausgepackt und wieder an ihren rechtmäßigen Platz sortiert, nochmal E-Mails und den Plan für morgen gecheckt, und dann war auch schon Feierabend. Hat mir bei den 38°C heute aber auch echt gereicht. Ich freue mich schon auf morgen! Da begleite ich die Rangerin zu einer Weiterbildung für angehende Erzieher*innen. Ich bin gespannt!
Alexander Logies
Umweltpraktikant 2025
Ort
Nationalpark Hainich