Eine internationale Wanderung

Menschen sind von hinten zu sehen, wie sie auf die Kreidefelse blicken

Als ich morgens aufgestanden bin, war ich etwas aufgeregter als sonst. Heute geht es einmal quer durch den Nationalpark – auf diesen Tag habe ich mich schon die ganze Woche vorbereitet. Ich bin die Strecke ein paar Mal abgelaufen und habe alles über das UNESCO-Welterbe gelernt, was ich finden konnte. Ich fühle mich bereit für den Tag.

Als Erstes steht auf der Tagesordnung, dass ich mit dem Fahrrad zum Treffpunkt kommen muss. Dort angekommen heißt es warten, da ich mal wieder viel zu früh da bin. Irgendwann tauchen dann drei Volunteer-Ranger, die Leiterin der Umweltbildung sowie einer unserer Ranger auf. Der Plan ist heute, eine Gruppe von ungefähr 20 Jugendlichen aus den UNESCO-Welterbestätten „Alte Buchenwälder“ aus ganz Europa durch den Nationalpark, von Sassnitz bis zum Nationalparkzentrum am Königsstuhl, zu führen. Eigentlich wollten wir dort den zweiten Teil der Gruppe abholen und wieder zurück nach Sassnitz führen, aber das Wetter macht uns vermutlich einen Strich durch die Rechnung, denn für später am Tag sind Gewitter vorhergesagt. Wir müssen also spontan ein wenig umplanen.

Aber dann geht es erstmal los: Der Reisebus voller Jugendlicher kommt an, und wir laufen gemeinsam los. Immer wieder halten wir an, und unser Ranger erzählt den Jugendlichen alles Mögliche über den Nationalpark, unseren Buchenwald und natürlich auch die Kreideküste. Bald erreichen wir den Kieler Bach und gehen dort an den Strand hinunter, um ein paar Fossilien zu finden. Ich mache mich mit einer kleinen Gruppe auf die Suche und gebe Tipps, wo man am besten nach Fossilien suchen kann. Wir werden schnell fündig, und sie haben nun Donnerkeile und kleine versteinerte Schwämme als Souvenir.

Nach einer Weile lässt die Motivation dann merklich nach, was wohl am sehr warmen und schwülen Wetter liegt. Alle sind verschwitzt und müde. Dementsprechend froh sind wir, als wir nach acht Kilometern das Nationalparkzentrum erreichen und dort erstmal eine Pause machen können.

Die andere Gruppe ist schon vor einer Weile losgegangen, um noch vor dem angekündigten Regen und Gewitter in Sassnitz anzukommen. Deshalb bleibt mir erspart, die gleiche Strecke wieder zurückzulaufen, und ich kann stattdessen mit meiner Gruppe hierbleiben. Nachdem wir die Ausstellung und den Rest des Zentrums zusammen erkundet und uns von den Jugendlichen verabschiedet haben, geht es für mich mit dem Bus zurück. Das war auch ganz gut, denn zu diesem Zeitpunkt hat es längst angefangen zu regnen.

Zurück in Sassnitz habe ich noch mein Fahrrad geholt und bin durch den Regen nach Hause gefahren. Dort angekommen, bin ich nass, müde und voller Eindrücke von einem abenteuerlichen Tag im Zeichen der internationalen Verbundenheit ins Bett gefallen. Ich bin schon gespannt, was der morgige Tag für mich bereithält!

Clara Bojarski

Umweltpraktikantin 2025

Ort

Nationalpark Jasmund