Ein Tag voller neuer Eindrücke
Heute war einer der ereignisreichsten Tage meines bisherigen Praktikums. Ein Tag, an dem ich von morgens bis abends draußen unterwegs war und viele neue Eindrücke sammeln durfte.
Am Morgen und Vormittag stand der Auftakt der Ausbringung von Wildkameras und Audiorekordern im Rahmen des KI-Nationalpark Projekts auf dem Programm.
Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines KI-gestützten Monitoringsystems, um die Tier- und Pflanzenwelt und den menschlichen Einfluss darauf besser zu erfassen und die Daten anschließend für Forschung und Schutzmaßnahmen zu nutzen. Dabei werden die Geräte an genau festgelegten Standpunkten im Nationalpark angebracht und unter unterschiedlichsten Vorgaben Fotos geschossen, welche dem späteren Training der KI dienen sollen.
Bereits gestern war es meine Aufgabe, die Wildkameras zu beschriften, sie mit Batterien auszustatten und sie auf die genau vorgegebenen Einstellungen zu programmieren, wodurch ich bei deren Bedienung heute gut helfen konnte.
Für mich war es ein tolles Gefühl, einen direkten Beitrag zu leisten, der später wissenschaftlich ausgewertet wird.
Nach dieser eher technischen Arbeit ging es im Anschluss in einen ganz anderen Bereich über: die Umweltbildung. Am Nachmittag und Abend durfte ich bei einer Kanutour durch die Aue für die Junior Ranger dabei sein. Die Tour war nicht nur ein einfaches Paddeln, sondern als Schatzsuche gestaltet. Die Kinder mussten kleine Herausforderungen meistern, um Kartenteile zu erspielen, die ihnen nach und nach die Route offenbarten. Dieser spielerische Ansatz hat sofort Begeisterung geweckt und die Kinder zum Mitmachen motiviert.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Erlebnis mit zwei sehr jungen Kindern, die in meinem Kanu saßen. Anfangs waren sie sichtbar unsicher und ängstlich. Das Schwanken des Bootes, das Wasser und die ungewohnte Situation waren für sie eine große Herausforderung. Doch schon nach wenigen Minuten löste sich ihre Anspannung. Sie begannen selbst mitzumachen, dass Paddel auszuprobieren und lachten über das Abenteuer. Am Ende der Tour strahlten sie über das ganze Gesicht und erzählten begeistert von ihrem Erlebnis. Für mich war es ein sehr schönes Gefühl, diesen Wandel so nah mitzuerleben und zu sehen, wie Naturerlebnisse das Selbstvertrauen stärken können.
Insgesamt war dieser Tag für mich das perfekte Beispiel dafür, wie vielfältig die Arbeit im Nationalpark ist. Von Forschung und Technik bis hin zu Umweltbildung und direktem Kontakt. Beides ergänzt sich auf wunderbare Weise und hat mir noch einmal deutlich gezeigt, warum der Schutz dieser einzigartigen Landschaft so wichtig ist.
Der Nationalpark Unteres Odertal ist Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark und schützt eine der wenigen nahezu intakten Flussauen Europas. Durch die vielen unterschiedlichen Landschaftstypen, die in und um diese Aue vorhanden sind, gibt es eine einzigartig hohe Artenvielfalt an Flora und Fauna. Ich verbringe dort 3 Monate von September bis November.
Samuel Vogt
Umweltpraktikant 2025
Ort
Nationalpark Unteres Odertal