Ein Tag auf dem Münstermarkt
Sieben Uhr, die Sonne scheint im Wiesental und ich schwinge mich aufs Fahrrad. Mein Weg zur Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwarzwald in Schönau führt mich entlang am Fluss Wiese, durch den Wald und an einer Kernzone vorbei. Ich genieße die kühle Morgenluft und die Wolkenschleier, die sich zwischen den herbstbunten Bäumen durchs Tal schieben.
In der Geschäftsstelle angekommen wartet bereits eine Kollegin auf mich. Wir laden die letzten Materialkisten ins Auto und machen uns auf den Weg zum Freiburger Münstermarkt, wo das Biosphärengebiet heute anlässlich der Kulinarischen Hinterwälder Wochen mit einem Stand vertreten ist. Die Aktionswochen sind eine Kooperation, bei der Landwirt:innen Fleisch und Käse von Hinterwälder Rinder an Gastronomiebetriebe liefern, die daraus verschiedene Gerichte zubereiten.
Was das mit Biosphäre zu tun hat? Das Hinterwälder Rind ist eine alte Nutztierrasse, die besonders gut an die steilen Hänge im Schwarzwald angepasst ist. Die Beweidung mit Hinterwäldern hat hier dafür gesorgt, dass eine Mischung aus Wald und Offenland entstanden ist, die für eine besonders hohe Artenvielfalt sorgt. Denn ohne Beweidung, würden die Wiesen wieder zu Wald. Mit den Hinterwälder Wochen soll deswegen die alte Rasse erhalten werden, während gleichzeitig erprobt wird, wie artgerechte Haltung, faire Preise, kurze Transportwege und möglichst stressarme Schlachtung unter einen Hut zu bekommen sind.
Eine der Aufgaben des Biosphärengebiets bei diesen Aktionswochen ist die Öffentlichkeitsarbeit – mein Fachbereich. Deshalb habe ich in den letzten Wochen bereits eine erste Version einer Pressemeldung geschrieben und dafür gesorgt, dass in allen relevanten Gemeindeblättern Flyer zu den Hinterwälder Wochen beigelegt und ein kurzer Text veröffentlicht wird. Der Stand am Münstermarkt heute soll noch mehr Aufmerksamkeit für die Aktionswochen schaffen, Menschen mit uns ins Gespräch bringen, informieren und optimalerweise für den ein oder anderen zusätzlichen Restaurantbesuch während der Hinterwälder Wochen sorgen.
In Freiburg angekommen treffen wir auf die Köche unserer Partnerbetriebe, die heute am Stand Probiererle vom Hinterwälder Rind verteilen, den Landwirt, der Fragen zur Tierhaltung beantworten wird und die Chefin des Landwirtschaftsverlags, die am Stand das neue Buch zum Thema Hinterwälder Rind vorstellt – ein Förderprojekt des Biosphärengebiets. Alle packen mit an und der Stand nimmt schnell Gestalt an. Am Infotisch, den ich mit einer Kollegin betreue, legen wir Flyer und Infomaterial aus und stellen auch das Biosphären-Glücksrad auf, das gedreht werden darf, wenn die Besucher:innen alle Fragen in unserem Hinterwälder-Quiz richtig beantwortet haben.
Schon geht es los. Angelockt vom Essen und den bunten Flyern kommen immer mehr Leute zum Stand. Sie bringen jede Menge Fragen mit und wir geben unser Bestes, alle davon zu beantworten und auch denjenigen, die eigentlich nur Buntstifte mitnehmen wollen, noch die ein oder andere Info unterzujubeln. Selbst der Regierungspräsident schaut an unserem Stand vorbei und informiert sich über das Konzept der Kulinarischen Hinterwälder Wochen.
Nach einigen Stunden ist die Aktion vorbei. Wie die anderen Stände am Markt packen wir zusammen und machen uns wieder auf den Weg nach Schönau, wo meine Videoprojekte und die Vorbereitung des Webseiten Relaunches schon warten. Insgesamt war es ein erfolgreicher Vormittag und der Kontakt mit den vielen Menschen eine angenehme Abwechslung zum Büroalltag.
Chrsitina Böltl
Umweltpraktikum 2025
Ort
Biosphärengebiet Schwarzwald