Auf den Spuren der Urwaldreliktkäfer

Kinderzeichnung eines Spielbretts mit in Kinderschrift geschriebener Anweisung: "Der Wissenschaftler hat dich gefangen! Setze eine Runde aus!"

Es war ein schöner heißer Tag im Juli. Mein Arbeitskollege, die Leitung des Jugendwaldheims Jan Günter holte mich direkt vom Gästehaus, in dem ich wohne, ab und wir machten uns auf den Weg in die Grundschule Hohenau. Dort sind für heute und morgen sogenannte Kreativtage mit den ersten und zweiten Klassen geplant.

Am Vortag haben wir schon alles, was wir für das kreative Gestalten mit den Kindern brauchen ins Auto gepackt. Ich freue mich auf den Tag und darauf, die Kinder wiederzusehen. Als Nationalparkschule waren die erste und zweite Klasse nämlich schon im Jugendwaldheim und haben einen Tag spielend im Wald verbracht.

Heute geht es nicht in den Wald sondern ins Klassenzimmer. Besser gesagt in den Kunstraum. Mit im Gepäck das Bilderbuch: „die Wilden 16 – die neuen Abenteuer der Urwaldreliktkäfer im bayerischen Wald“ von Thomas Michler und Susanne Zuda. Im Kunstraum angekommen richteten wir unsere Materialien her und warfen das Bilderbuch als Diashow an die Leinwand. Die Kinder konnten so, als sie den Raum betraten gleich erkennen: heute geht es um Käfer und es wird gebastelt.

Die Kinder hörten interessiert den Abenteuern der Urwaldkäfer zu. Die seltenen Insekten sind in der Geschichte auf der Suche nach ihren verschollenen Verwandten und treffen hierbei einige Waldbewohner. Der spannendste Punkt der Geschichte ist, wie der Urwaldkäfer Peltis Grossa, Spitzname „Grossi“ von einem Wissenschaftler gefangen wird und sich aus den Glas herausbeißen konnte.

Durch das Buch haben die Kinder die Urwaldkäfer kennengelernt und könnten selbst einen Käfer aus Pappe, Stiften, Gummis, Draht und Kulleraugen basteln. Die Käfer sind bunt und sehr vielfältig geworden. Viele haben aber auch einen bestimmten Urwaldkäfer aus dem Buch gebastelt. Einige haben mit ihrem gebastelten Käfer aber auch eine neue Art entdeckt. Jedes Tier wurde in einem Steckbrief festgehalten. Hierbei lernten die Kinder z.B., dass es immer einen wissenschaftlichen Namen gibt, den alle Wissenschaftler auf der Welt verwenden und auch einen Deutschen Namen. Die Kinder konnten ihren Käfer dann noch einen Spitznamen geben und beschreiben wie er lebt. Im Anschluss verstauten sie ihre Käfer dann sicher in einem Regal und ihnen wurde angekündigt, dass die Käfer am nächsten Tag von ihnen auch auf eine Abenteuerreise geschickt werden können (Basteln eines Brettspiels).

Antonia Zickler

Umweltpraktikantin 2022

Ort

Nationalpark Bayerischer Wald