Zwischen Ringwall und Rampenlicht

Vier Personen laufen auf einer Treppe einen mit Naturstein gesäumten Hang hoch.

„Kamera bereit und los!“, rief der Videograf, während wir die steilen, viel zu engen Treppen des Ringwalls hinaufgingen. Währenddessen erzählte uns der Ranger von den Kelten, die hier bereits um 400 vor Christus lebten. Heute gehört der bis zu zwölf Meter hohe Ringwall zu den bedeutendsten keltischen Bodendenkmälern Europas und wenn man dort oben steht, dann versteht man auch, warum.


Doch fangen wir ganz vorne an. Ganz aufgeregt fuhr ich morgens zum Nationalparkamt. Als ich ankam, herrschte leichtes Chaos, doch wir machten uns schnell auf den Weg zu unserem ersten Ziel. 

Als wir dort ankamen, fehlte jedoch der Rest der Gruppe und weil es keinen Empfang gab, warteten wir.  Während wir uns unterhielten, legte sich meine Nervosität langsam. Nach und nach trafen dann alle ein und es ging los. Der erste Stopp war der Thranenweier. Dort erklärte uns der Ranger, dass man vermutet, dass der Weiher aus der Nibelungensage sei. Hier soll Kriemhild nach dem Tod Siegfrieds so viele Tränen geweint haben, dass daraus der Weiher entstand. Während der Ranger uns noch mehr über die Umgebung erzählte, entstanden die ersten Aufnahmen. 

Es war sehr aufregend, vor der Kamera zu stehen und ich war mir nicht sicher, wie ich mich verhalten sollte. Zum Glück verflog dieses Gefühl schnell, denn es fühlte sich immer weniger wie ein Shooting an und immer mehr wie eine Ranger*innentour mit Freund*innen. 

Den ganzen Tag über haben wir viel gelacht und durch unseren Blödsinn sind bestimmt auch einige Aufnahmen danebengegangen, aber wir hatten alle zusammen viel Spaß. 
Danach ging es weiter zum Ringwall und anschließend in die Ausstellung am Keltenpark.

In der Ausstellung erfuhren wir noch mehr über die Kelten, zum Beispiel, dass sie von den Römern als Gallier bezeichnet wurden. Dabei mussten wir direkt an Asterix und Obelix denken. Auch die Eisenverarbeitung war für sie von großer Bedeutung. Zudem gelten sie als Erfinder der Hose und des Kettenhemdes. 

Während wir die Ausstellung erkundeten, begleitete uns die Kamera ganz entspannt und weil wir wirklich interessiert waren, fühlte sich das Filmen ziemlich natürlich an.

Der letzte Drehort war das historisch nachgebaute Keltendorf direkt neben dem Museum. Während wir uns in und um die Gebäude bewegten, gab es ständig Neues zu entdecken. Wir tauchten komplett in das Leben der Kelten ein und konnten ihre Bauweise sowie ihren Alltag besser nachvollziehen. 

Dabei entstanden auch einige lustige Szenen. Unter anderem als ich versucht habe, an einem Brett einige Holznägel herzustellen. Für die letzten Aufnahmen standen wir nochmal zu dritt im Zentrum des Dorfes und dann hörten wir auch schon die Worte: „Wir haben es!“. Damit ging ein weiterer spannender Tag meines Praktikums zu Ende, an dem ich nicht nur über meinen Schatten gesprungen bin, sondern auch viel über die keltische Kultur lernen durfte und dabei jede Menge Spaß hatte. 

Tina Shahini

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Nationalpark Hunsrück-Hochwald