Zwischen Gurken, Sagengeschichten und Nachtwanderung

Zwei Kinder sind im Gurkenfeld unterwegs und ernten Gurken

Die nächtliche Laterne scheint noch ein wenig ins Zelt, als im Junior Ranger Camp langsam ein neuer Tag beginnt. Aufstehen, recken, strecken und schon geht es los. 

Heute bin ich wieder Teil des Kochteams. Gemüse und Obst schnippeln, Tische decken, Frühstück vorbereiten. Kaum ist alles fertig, kommen auch schon die ersten Kinder, um sich für den Tag zu stärken. 

Guten Morgen! Danach heißt es erst einmal: aufräumen und putzen, während die anderen Gruppen bereits zu ihren Workshops aufbrechen.Für meine Mitpraktikantin Wilma geht es zum Weidenflechten. Dort basteln die Kinder aus Weidenruten Futterknödelhalterungen. Ganz nebenbei erfahren sie, welche Tiere und Pflanzen in und an der Weide zu finden sind.
 

Zum Mittagessen wird es ganz klassisch nach Spreewälder Art: Kartoffeln mit Quark und natürlich Spreewaldgurken. Während wir fleißig auftun, trudeln nach und nach die hungrigen Gruppen der Spreewald-Rallye und den anderen spannenden Workshops wieder ein. Gut, dass wir genug haben, denn du bist nicht du, wenn du hungrig bist :D Nach dem Mittagessen geht es auch für mich endlich los. Bei der großen Auswahl an Workshops fällt die Entscheidung gar nicht so leicht. Meine Wahl fällt auf den Gurkenworkshop. Auf einem kleinen Familienhof angekommen, starten wir zunächst mit einem Kennenlernspiel. Dann erfahren die Kinder, dass die Gurkenpflanzen, die wir heute ernten werden, bereits von den Junior Rangern selbst gepflanzt wurden.
 

Und dann dürfen wir endlich ernten! Mit großer Begeisterung machen sich die Kinder über die Gurkenpflanzen her und ernten Gurke um Gurke. Natürlich darf dabei auch ordentlich genascht werden – schließlich muss man ja wissen, wie die frisch geernteten Gurken schmecken. Besonders schöne Exemplare werden von den Kindern sorgfältig ausgesucht und eingepackt. Die sollen schließlich unbedingt mit nach Hause – für Mama, Oma, Tante und Co. Danach wird geschnippelt, gewürzt und eingelegt. Wir machen sogenannte Schnellgurken. Die sind schon nach zwei bis drei Tagen essbar, halten sich dafür aber auch nur etwa ein bis zwei Wochen im Kühlschrank. Nebenbei bereiten wir noch einen Gurkensalat für das Abendbuffet vor. Und als wäre das noch nicht genug Gurke für einen Nachmittag, werden zum Schluss auch noch Salzgurken in einem großen Tontopf angesetzt.
 

Zurück im Junior Ranger Camp gibt es erst einmal Kaffee und Kuchen und eine wohlverdiente Pause. So langsam merke ich: Teil des Kochteams zu sein, ist doch anstrengender, als man zunächst denkt! Beim Abendessen zeigt sich dann, wie viele Workshops an diesem Tag fleißig mitgearbeitet haben. Auf dem Buffet stehen unser Gurkensalat und Kräuterbutter aus dem Kräuterworkshop. Aus dem Workshop zu invasiven Arten gibt es sogar Nutria – eine eher ungewöhnliche, aber von den Kindern neugierig probierte Spezialität.
 

Doch auch nach dem Abendessen ist noch lange nicht Schluss. Auf der Wiese beginnt das Abendprogramm: Sagengeschichten werden aufgeführt. Die Aufführenden haben sich richtig ins Zeug gelegt und bringen die Geschichten mit viel Witz und Kreativität auf die Bühne. Es wird gelacht, gestaunt und natürlich ordentlich applaudiert.Danach geht es weiter zum Lagerfeuer. Die Flammen knistern, der Tag wird langsam stiller und trotzdem wartet noch ein letztes Abenteuer: die Nachtwanderung. Gemeinsam geht es hinaus in die Dunkelheit. Als ich schließlich wieder im Zelt liege, ist der Tag endgültig geschafft. Jetzt falle ich nur noch müde, aber zufrieden ins Bett. Gute Nacht!

Luise Gönnert

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Biosphärenreservat Spreewald