Wildnis, Kreativität und Teamgeist  

Ein abgesägter Baumstamm wo die Schnittfläche am Stamm zu sehen ist

Heute war im Wildniscamp am Falkenstein eine 7. Klasse zu Besuch. Die Schulklassen verbringen hier meistens eine Woche, mit dem Ziel, den Klassenzusammenhalt zu stärken, der Natur näher zu kommen und zu erfahren, dass man auch mit weniger Komfort gut klarkommt. Gestern ist die Klasse angereist und hat sich schon ein bisschen eingelebt. Während sie frühstücken, haben wir eine Teambesprechung.

Neben dem Wildniscamp-Team helfen auch Ranger:innen mit, das Tagesprogramm durchzuführen. Nach dem Frühstück gehen wir mit den Klassen nach draußen und spielen zuerst ein paar Bewegungsspiele zum Wachwerden. Die Klassenlehrerin meldet mir zurück, dass die Kinder hier ganz unbeschwert spielen können, was sie sonst wegen Handys und anderer Ablenkungen nicht wirklich tun. 

Nach den Bewegungsspielen werden Gruppen von 5-6 Kindern gebildet. Die Aufteilung in kleinere Gruppen gibt auch ruhigeren Kindern die Möglichkeit, aus sich herauszukommen. Jetzt ist die Kreativität der Kinder gefragt. Wir haben ein Zeitfenster von vier Stunden und sie können sich selbst aussuchen, was sie in der Zeit machen möchten. Einzige Voraussetzung: es sollen Aktivitäten in der Natur oder über die Natur sein. Wir stellen Materialien bereit und sagen, wie wir sie unterstützen können. Die Idee, soll aber von den Kindern selbst auskommen. 

Meine Gruppe hat sich für das Schnitzen von Pfeil und Bogen entschieden. Also gehen wir auf die Suche nach passenden Ästen und ich besorge Schnitzmesser und Handschuhe. Wir suchen uns passende Äste, die von der Größe her gut und noch nicht zu stark verwest sind. In den kommenden Stunden schnitzen wir, unterhalten uns, holen neue Äste für Pfeile und bauen eine Zielscheibe aus einem abgesägten Stamm. Am Schluss treffen wir uns mit den anderen Gruppen und stellen unsere Projekte vor. Jetzt darf jeder mal mit Pfeil und Bogen schießen. Auch die anderen Projekte sind sehr kreativ geworden; es wurde ein Tisch gebaut und eine kleine Waldhütte. 

Nach einer kleinen Pause und einem Snack unseres Kochs spielen wir abschließend ein Spiel namens „Chaosspiel“. Dabei werden rund um das Haupthaus Karten ausgelegt, die gefunden werden müssen und zu denen es Aufgaben und Fragen gibt. Die Kinder konnten sich nochmal austoben und dabei etwas über die Natur und den Nationalpark lernen. Für uns ist der Tag geschafft. Die Schulklasse hat jetzt freie Zeit für sich und wir kommen dann morgen früh wieder für eine Wanderung zum Kollbersbach.

Villis Schüren

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Nationalpark Bayrischer Wald