Umweltbildung auf dem Schulfest

Die Praktikantin beugt sich über den Stand um zwei Kindern etwas zu erklären. Neben ihr auf dem Stand liegen verschiedene Schädelknochen von Tieren und ein präparierter Fischotter.

Auf einem Schulhof stehen bunte Stände, Kinder laufen herum, irgendwo hört man Lachen und aufgeregte Stimmen.

Heute war ich beim Schulfest der Grundschule am Waldrand im Einsatz - einer Schule, die für mich auch persönlich eine Verbindung hat, da ich selbst früher dort zur Schule gegangen bin. 

Gemeinsam mit Andreas von der Naturwacht betreute ich dort den Stand des Nationalparks.
Der Schwerpunkt lag auf der Umweltbildung, genauer gesagt auf einem Mitmachangebot zum Thema Tiere und Spuren. Ich betreute die Kinder vor allem beim Mikroskopieren von Insekten. 
Einige Kinder kamen zunächst mit einer gewissen Zurückhaltung an den Tisch. Manche reagierten sogar mit Ekel, wenn sie die kleinen Tiere aus der Nähe betrachteten. Doch dieser erste Eindruck änderte sich fast immer sofort, sobald sie selbst durch das Mikroskop schauten. Aus Abneigung wurde schnell Faszination und oft baten sie anschließend ihre Freund:innen, ebenfalls einen Blick auf die Insekten zu werfen.

Neben den Insekten hatten wir auch verschiedene Tierknochen ausgestellt, darunter von Wildschwein, Hirsch, Fuchs und Biber. Diese wurden von den Kindern intensiv betrachtet und sorgten für viele Fragen. Ein Kind ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben, da es bereits erstaunlich viel Wissen über Tiere mitbrachte. Auf meine Nachfrage hin erklärte es, dass es häufig Tierdokumentationen schaue. Ein Beispiel, das zeigt, wie stark auch außerschulische Medien das Naturwissen prägen können.

Das größte Interesse galt allerdings einem präparierten Fischotter. Nicht selten erkannten die Kinder ihn zunächst fälschlicherweise als Biber, was zu spannenden Gesprächsmomenten über Unterschiede zwischen den beiden Arten führte. Und wie bei fast jeder Veranstaltung mit Kindern blieb auch hier die typische Frage nicht aus, ob man eines der ausgestellten Tiere, in diesem Fall den ausgestopften Fischotter, mit nach Hause nehmen dürfe. Das geht natürlich nicht, aber nach einer kurzen Erklärung, dass auch andere Kinder die Exponate noch anschauen möchten, zeigten sie Verständnis.

Nach dem Schulfest ging es für Andreas und mich weiter in die Poldergebiete, um dort Wasserstände abzulesen. Die Messungen zeigten erneut niedrige Pegelstände. Die anhaltende Trockenheit und der sinkende Wasserstand machten deutlich, dass Wasserknappheit in der Region ein wiederkehrendes und ernstzunehmendes Thema ist.

Zum Abschluss des Tages arbeitete ich noch kurz an einem Informationsposter für den Nationalpark, das später am Fahrrad-Werbeständer vor dem Nationalparkladen angebracht werden soll. Dort sollen Besucher:innen niedrigschwellig über den Nationalpark sowie über mögliche Aktivitäten vor Ort informiert werden.

So ging ein abwechslungsreicher Tag zwischen Umweltbildung, praktischer Feldarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zu Ende. Besonders deutlich wurde mir heute erneut, wie wichtig es ist, Natur nicht nur zu erklären, sondern sie erlebbar zu machen - sei es durch ein Mikroskop oder ein Gespräch am Stand. Solche Momente bleiben oft länger im Gedächtnis als jede reine Erklärung.

Alina Eisenbeis

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Nationalpark Unteres Odertal