Schwimmen, Keschern und Bestimmen
Es ist der 30.06.2026 und der vorletzte Tag einer sehr intensiven letzten Woche meines Praktikums. Nach vielen neuen Eindrücken helfe ich zum Abschluss bei einer Kinderferienspaßwoche im Bereich der Umweltbildung mit.
Die Woche findet im Schullandheim Schloss Dreilützow statt. Sie ist eine Aktion des Fördervereins, der auch mit dem Biosphärenreservat zusammenarbeitet. Auch ich durfte direkt vor Ort übernachten.
Heute lautet das Motto jedoch: Erst das Vergnügen, dann die Arbeit.
Deshalb beginnt der Tag gemeinsam mit den Kindern am offiziellen Badestrand des Schaalsees. Zu meinem Glück können wir Betreuer uns abwechseln. Meine Pause besteht darin, eine halbe Stunde im sehr klaren Wasser des Sees zu schwimmen und mich etwas abzukühlen. So lässt es sich gut arbeiten!
Damit endet die freie Zeit allerdings auch schon, denn die Kinder benötigen meine volle Aufmerksamkeit. Während einige im Wasser planschen, spielen die anderen „Wer bin ich?“ mit verschiedenen heimischen Tieren. Dazu gehören beispielsweise der Baummarder, eine Spinne oder die Erdkröte.
Der Tag begann bereits mit großer Hitze. Deshalb verbringen wir die Mittagszeit in der Unterkunft. Dort wird viel gebastelt, gemalt und gespielt. Im Laufe des Tages wird es zunehmend schwüler.
Am späten Nachmittag beginnt dann die eigentliche Arbeit: die Suche nach Lebewesen am und im Schlossteich. Außerdem stehen durch das Reservatsamt Becherlupen zur Verfügung. Die schulklassengroße Gruppe der acht- bis zwölfjährigen Kinder wird deshalb in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. So haben alle die Möglichkeit, beide Stationen kennenzulernen. Während ich das Keschern im Schlossteich betreue, sucht die andere Gruppe mithilfe der weiteren Betreuer auf den Wiesen und im Wald nach kleinen Lebewesen. Nach etwa der Hälfte der geplanten Zeit tauschen die Gruppen die Stationen. Das Ziel der gesamten Aktion ist es, den Kindern zu vermitteln, warum der Schutz der Natur so wichtig ist. Gleichzeitig erwerben sie praxisnahes Wissen über Tiere, die im und am Wasser leben. Auf diese Weise sollen Interesse und Verständnis für Natur- und Gewässerschutz geweckt beziehungsweise weiter gestärkt werden.
Die Kinder keschern im Schlossteich nach kleinen Lebewesen und sammeln ihre Funde in weißen Wannen. Diese werden zuvor mit möglichst sauberem Teichwasser gefüllt, damit sich die Tiere gut beobachten lassen. Mithilfe meiner Unterstützung und verschiedener Bestimmungshilfen bestimmen die Kinder die gefundenen Tiere eigenständig. Es ist schön zu sehen, wie fasziniert sie vor den Wannen sitzen und begeistert rufen: „Wow, guck mal!“. Anschließend tragen sie ihre Beobachtungen in eine Tabelle ein. Am Ende der Einheit werden alle Tiere wieder vorsichtig in ihren Lebensraum zurückgesetzt sowie Kescher und Wannen gründlich gereinigt. Dadurch lernen die Kinder nicht nur etwas über die Tierwelt, sondern auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebewesen und Arbeitsmaterialien.
Meine Aufgaben bestanden darin, die Kinder zu betreuen, gemeinsam mit ihnen zu keschern und sie beim Bestimmen der Tiere zu unterstützen. Zu den Funden des Tages gehörten unter anderem mehrere Ruderwanzen, Wasserläufer, Wasserskorpione, ein Hundeegel und Weiteres. Das Keschern bereitete den Kindern sichtlich viel Freude, und ihre Begeisterung über die entdeckten Tiere war deutlich zu spüren.
Besonders interessant war für mich an diesem Tag die Verbindung von theoretischer Wissensvermittlung und praktischen Aktivitäten in der Natur mit zusätzlichem Spaßfaktor. Die direkte Arbeit mit den Kindern hat mir erneut gezeigt, wie wichtig anschauliche und erlebnisorientierte Umweltbildung ist. Sie weckt Interesse an Natur- und Gewässerschutz und kann dieses langfristig fördern.
Um dem angesagten Sommerunwetter zu entgehen, wird die Einheit rechtszeitig aus Sicherheits gründen beendet und das geplante Grillen am Abend nach drinnen verlegt. Zum Ausklang gibt es einen tollen Kinoabend mit vielen Snacks. Die Belohnung haben sich heute alle verdient!
Isabel Hiestermann
Umweltpraktikantin 2026
Ort
Biosphärenreservat Schaalsee