Raufußkauz auf Bestellung
Zu meinem Praktikum im Besucherzentrum Torfhaus im Nationalpark Harz gehört neben der Betreuung der Besucher*innen sowie der Durchführung von Führungen auch die Teilnahme an Fortbildungen. Mitte September, an einem sonnigen und warmen Herbsttag, trafen sich alle freiwilligen Mitarbeiter*innen des Nationalparks Harz in Torfhaus an der Rangerstation.
Dort hörten wir einen Vortrag über die Vögel, die üblicherweise im Nationalpark beobachtet werden können und konnten einiges über ihre Besonderheiten lernen. Beispielsweise wurden Informationen über die Wasseramsel vermittelt, die u. a. von den Mitarbeiter*innen des Nationalparks beringt und untersucht werden.
Eine weitere Vogelgruppe, auf die unsere Fortbildungsleiterin einging, war die der Eulen. Grundsätzlich sind alle Eulenarten, wie Uhu und Waldkauz, nachtaktiv und können daher leichter in der Nacht gesehen bzw. bestimmt werden. Interessanterweise kann jedoch der Raufußkauz auch tagsüber beobachtet werden. Diese Vogelart liebt Sonnenbäder und bevorzugt dafür exponierte Stellen im höhergelegenen Astwerk verschiedener Baumarten.
Der Fakt war für mich besonders interessant, da ich vor zwei Jahren eine solche Begegnung hatte und vermutete einen Steinkauz zu sehen. Wie ich an diesem Tag lernte, zeigt diese Vogelart allerdings ein anderes Verhalten und ist als Altvogel ausschließlich nachtaktiv.
Nach diesem Theorieteil sind wir Freiwilligen mit der Gruppenleitung hinausgegangen und liefen eine Tour durch das Wildnis-Erlebnisgebiet, dass sich an Torfhaus anschließt, um möglicherweise Vögel beobachten zu können.
Nachdem wir ungefähr eine Stunde unterwegs waren, sah einer aus der Gruppe etwas in den oberen Zweigen einer toten Fichte sitzen. Wie sich herausstellte, handelte es sich, wie zuvor besprochen, um einen Raufußkauz! Was für ein Zufall! Der Vogel saß dort in vielleicht 20 Metern Entfernung seelenruhig auf einem Ast und ließ sich von uns beobachten. Wir haben uns natürlich alle sehr gefreut über diese passende Entdeckung und fleißig Fotos gemacht.
Jana Severin
Umweltpraktikantin 2026
Ort
Nationalpark Harz