Mit dem ÖPNV im Nationalpark

Blick über eine waldreiche Landschaft mit einigen Offenstellen

Heute startete der Tag für uns Umweltpraktis mal etwas anders als sonst. Auf dem Plan: wir wollten ausprobieren, ob ein bestimmter Wanderweg mit Anreise per ÖPNV zeitlich machbar ist.

Dabei handelt es sich um das Konzept „Fahrtziel Natur“, bei dem mehrere Nationale Naturlandschaften in Deutschland die Anreise in die Schutzgebiete mit dem ÖPNV bewerben.

Wir wollten testen, ob wir mit dem Bus in die Nähe des Nationalparks fahren und nach drei Stunden auch wieder mit dem Bus zurückkehren können. 
Zunächst ging es für uns zum Bahnhof in Bad Langensalza, von dem wir mit dem Bus Richtung Nationalpark fahren wollten. Der Bus fuhr pünktlich ein und die Fahrt lief reibungslos, bis in einem kleinen Ort die Straße so eng wurde, dass ein Auto zurücksetzen musste. Dies gestaltete sich schwieriger als zunächst gedacht. Nach wenigen Minuten kam der Bus dann auch durch und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Kurze Zeit später waren wir auch schon an unserer Haltestelle und konnten am Abzweig nach Hütscheroda aussteigen. 

Nun stand ein zwanzigminütiger Fußweg entlang der Landstraße an, damit wir zum Start des Wanderweges kamen. In Hütscheroda angekommen starteten wir unsere Wanderung entlang des Wildkatzenpfades. Das Wetter war bereits am frühen Vormittag ziemlich warm und so kamen wir schnell ins Schwitzen. Was nicht gerade half war, dass ein großer Teil des Weges entlang von Feldern und Buschlandschaften verlief und so nicht viel Schatten vorhanden war. 

Diese Landschaft ist stellenweise allerdings sehr typisch für den Nationalpark Hainich, da einige Gebiete früher als Übungsplatz des Militärs dienten. Die Landschaften im Norden und Süden des Nationalparks wurden also für Panzer und andere militärische Zwecke freigehalten und der Wald dazwischen diente als Pufferzone und Kugelfang. Seitdem das Gebiet allerdings zum Nationalpark wurde, wachsen Teile der Flächen wieder zu und die Natur holt sich die Landschaft wieder zurück. 

Auf halber Strecke kamen wir an einem Aussichtsturm, dem Hainichblick, an. Oben auf dem Turm angekommen hatten wir einen schönen Ausblick über Teile des Nationalparks und konnten auf Bildern sehen, wie sich die Landschaft im Abstand von mehreren Jahren immer weiterentwickelt hat. Weiter unterwegs kamen wir nun endlich in einen Teil mit höheren Bäumen und mehr Schatten, obwohl die Bäume hier auch noch nicht so alt sein konnten. Wenig später an einer Kreuzung sahen wir eine sehr alte Eiche, die in der Mitte komplett hohl war. Laut einem Schild war diese Eiche ca. 400 Jahre alt und einer von wenigen Bäumen, die früher nicht durch das Militär gefällt wurden, sondern zur Orientierung stehen bleiben durften. Allerdings wurde die Eiche vermutlich als Zielscheibe beim Schießen genutzt. Dies schien naheliegend, da an der Rinde alte Verletzungen sichtbar waren, die teilweise schon lange wieder überwachsen wurden.  

Etwas später kamen wir wieder in Hütscheroda an und machten uns weiter auf den Weg zur Bushaltestelle. Letztendlich hatten wir sogar noch mehr als 15 Minuten Puffer und entschieden uns, eine kleine Mittagspause einzulegen, bevor es wieder pünktlich mit dem Bus zurück nach Bad Langensalza ging.

Sarah Wittemann

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Nationalpark Hainich