Kindertag und Kernzone
Der Tag beginnt wie gewöhnlich im Nationalparkhaus Hiddensee, meinem Arbeitsplatz und Zuhause für die drei Monate meines Praktikums hier im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Ich treffe die Ranger und bei einer Tasse Kaffee besprechen wir den weiteren Tagesverlauf. Es ist der 01.06. und somit Kindertag. Sehr überraschend finde ich an meinem Platz ein kleines Geschenk von der anderen Freiwilligen. Als Jüngste im Team hat sie mir Schokoflocken geschenkt und ich freue mich riesig!
Um 10 Uhr kommen die Schulklasse 1/2 sowie die Kita-Gruppe vorbei. Am Nachmittag schauen sie sich das Theaterstück „Das hässliche Entlein“ an und wollen vorab bei uns im Nationalparkhaus etwas über Enten und Schwäne lernen. Für diesen kleinen Projektvormittag habe ich ein paar Steckbriefe über die verschiedenen Enten- und Schwanarten Hiddensees vorbereitet. Anschließend an die große Runde, in der die Kinder die Arten kennenlernen, können sie an verschiedenen Stationen spielerisch mehr über die Vögel lernen. Ich freue mich und bin gleichzeitig aufgeregt, da ich noch nie etwas für eine so große Gruppe von kleinen Kindern geplant und vorbereitet habe.
Als die Kinder ankommen, ist es zunächst etwas wuselig und laut. Schließlich setzen sich alle auf die großen Decken, die neben dem Nationalparkhaus auf der Wiese ausgebreitet sind, hören gebannt zu und machen super mit. Einige von ihnen wissen schon sehr viel über Vögel, ich bin beeindruckt! Im Anschluss können sie lernen, was die Nahrung von Enten und Schwänen ist und dass sie beispielsweise nicht mit Brot gefüttert werden sollten und wieso sie so gut schwimmen können. Mit einem selbstgebastelten Enten-Memorie können sie ihr Gedächtnis an die verschiedenen Arten testen und ihre Geschicklichkeit beim Entenangeln beweisen. Sie scheinen viel Spaß dabei zu haben und die zwei Stunden ihres Besuchs vergehen auch für mich wie im Flug.
Als die Kinder wieder weg sind und es plötzlich wieder leise ist, genieße ich meine Mittagspause. Anschließend packen der Ranger und ich den Anhänger mit Holzpfählen und Werkzeug und fahren mit den Fahrrädern zum Alten Bessin. Die Fahrt dorthin ist zwar holprig, aber immer wieder wunderschön! Unten an der Kernzonengrenze erneuern wir heute den Zaun. Für die neuen Pfähle graben wir ein paar Löcher. Damit man nicht einfach um den Zaun herumgehen kann, graben wir auch ein Loch im Bodden. Kurzerhand heißt es also: Schuhe aus und rein ins Wasser. Schließlich stehen alle Pfähle fest im Boden und es wird schon wieder Zeit, uns auf den Rückweg zu machen. Den Zaun werden wir an einem anderen Tag fertigstellen.
Von der Aufregung am Vormittag und der schweißtreibenden Arbeit am Nachmittag bin ich gut ausgelastet und genieße meine Freizeit am wunderschönen Ostseestrand. Fast jeden Abend bietet sich hier ein atemberaubender Sonnenuntergang dar, an dem ich mich einfach nicht sattsehen kann. Doch nicht nur die Aussicht hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Aus meiner Zeit hier auf Hiddensee nehme ich viele bereichernde Erfahrungen, neue Perspektiven auf die Natur und zahlreiche prägende Begegnungen mit Menschen und Landschaften mit. Zum Glück habe ich noch ein paar Wochen des Praktikums auf dieser wunderschönen Insel vor mir!
Luisa Hütter
Umweltpraktikantin 2026
Ort
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft