Fischegel am Forschertag

Drei Personen sind von hinten zu sehen, wie sie am Tisch sitzen und einer Frau beim erklären zuhören.

Liebes Tagebuch,

heute bin ich wieder früh aufgestanden, wie eigentlich auch an jedem Tag bisher im Praktikum. Nur diesmal zog ich mir das Nationalpark-T-Shirt an. Das heißt: Heute geht es zum Forschertag! Eigentlich sollte der Forschertag bereits im Juli stattfinden, aber durch den Waldbrand im Müritz-Nationalpark wurde er verschoben.

Gemeinsam mit Lydia (FÖJlerin) wurde ich von Micha, einem Ranger, abgeholt. Wir holten Ranger Thomas und den Infoanhänger ab und fuhren dann zu unserem Standort an der Müritz. Dort tranken wir erst einmal alle einen Kaffee. Zu fünft (Rangerin Rica stieß vor Ort noch dazu) bauten wir unseren Stand auf. 15 Minuten vor Beginn standen bereits die ersten Leute auf der Matte. Rica nahm die ersten Kinder mit ins Wasser zum Keschern, während ich mich noch mit einem Aufsteller herumkämpfte.

Offiziell ging es dann um 10 Uhr los. Der Infoanhänger stand, die Tische und der Pavillon waren aufgebaut und die Kinder bereits fleißig am Keschern. Nach und nach kamen sie stolz mit ihren Funden zurück. Diese wurden in Petrischalen umgefüllt und anschließend unter die Mikroskope gelegt. Nun konnten die Kinder ihre Funde genauer betrachten und herausfinden, was sie eigentlich gefangen hatten.

Beim Bestimmen musste ich den Kindern aber öfter ehrlich sagen, dass ich selbst gar nicht weiß, was da gerade unter dem Mikroskop lag. Aber genau dafür ist der Forschertag schließlich da: Die Kinder sollen selbstständig forschen, beobachten und herausfinden, um was es sich handelt. Ich fand es dabei selbst erstaunlich, wie viel man entdecken kann, wenn man einmal genauer hinschaut. Es hat mir echt Spaß gemacht, gemeinsam mit den Kindern nach den richtigen Bestimmungen zu suchen.

Wir hatten unter anderem Posthornschnecken, Schlammschnecken, Zuckmückenlarven und eine Köcherfliegenlarve, die sich in einem kleinen Stock versteckt hatte. Besonders cool fand ich den Fischegel, bei dem man richtig beobachten konnte, wie er sich festsaugte.

Neben dem Keschern und Bestimmen konnten die Kinder auch fleißig rätseln und sich anschließend einen kleinen Preis aussuchen. Das Wetter an diesem Tag war zwar nicht besonders gut, trotzdem kamen viele Leute. Gleichzeitig wurden wir aber auch nicht von Menschenmassen überrannt, sodass wir immer wieder Zeit hatten, uns mit den Kindern und ihren Funden zu beschäftigen.

Zufrieden und erschöpft bauten wir am Ende alles wieder zusammen und fuhren zurück nach Hause. Ich merke immer mehr, wie besonders diese Praktikumszeit für mich ist. Der Gedanke, dass ich eine gewisse Zeit eine WG mitten im Wald des Nationalparks mein Zuhause nennen darf, freut mich jeden Tag aufs Neue. Davon werde ich bestimmt noch lange erzählen. 

 

Anneke Ratzlaff

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Müritz-Nationalpark