Fabelwesen im Harz gesichtet

Ein kleiner Mensch bastelt an einem grünen Fabelwesen und wird dabei von der Praktikantin begleitet.

Der zweite Tag des diesjährigen Bundesweiten Junior-Ranger-Camps im Harz bricht an. Ich habe auf dem Campingplatz in einer der Safari-Lodges im sogenannten „Glamping“-Stil übernachtet. Über diesen Komfort kann man sich nur freuen, besonders da das Wetter zum Campen etwas ungastlich vorausgesagt war. Trotz einer kalten Nacht sind die Temperaturen nun aber überraschend warm und sogar die Sonne zeigt sich zwischen den Wolken. Ich hoffe, diese Wetterverhältnisse halten an! 

Seit April bin ich im Bildungszentrum im Nationalpark Harz im Einsatz. Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem Unterrichtseinheiten im Bereich Umweltbildung für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sowie die Mithilfe bei den Vorbereitungen für das bundesweite Junior-Ranger-Camp. Aktuell habe ich jedoch eine ganz besondere Aufgabe: Ich unterstütze junge Abenteurer und Abenteurerinnen dabei, die Erkenntnisse ihrer großen Expedition „Bergwildnis” festzuhalten. 

Über zwei Tage verteilt begeben sich 145 mutige Junior Ranger aus insgesamt 25 Schutzgebieten auf eine Expedition in die sagenumwobene Harzer Bergwildnis. Dabei sind sie einer äußerst seltenen Kreatur auf den Fersen, von der man munkelt, sie sei längst ausgestorben. Oder hat sie vielleicht gar nie wirklich existiert...? Vorbei an sechs Stationen bewältigen die Junior Ranger auf der Rallye durch den Nationalpark Aufgaben rund um die Natur und Wildnis im Harz. Dabei kommen sie Stück für Stück der Lebensweise ihres mysteriösen Fabelwesens auf die Spur. Ihre Erkenntnisse halten sie in ihrem Feldbuch fest. Hat das Tier lange Beine und scharfe Zähne, um seiner Beute hinterherzujagen und sie erfolgreich zu erlegen? Oder ist es vielleicht klein, gut getarnt und blieb so all die Zeit unseren menschlichen Augen verborgen? Wovon ernährt es sich wohl und welche Eigenschaften setzt das voraus? Diesen und vielen weiteren Fragen gehen die Kinder bei der Rallye auf den Grund.

Während die jungen Abenteurer und Abenteurerinnen unterwegs sind, erkunden die Junior Ranger, die am Folgetag für die Rallye eingeteilt sind, den „Markt der Möglichkeiten” auf dem Campingplatz. Hier werden Projekte und Themen rund um den Nationalpark Harz vorgestellt. Mit Spiel und Spaß können die Kinder etwas über Luchse, Moore, Insekten und vieles andere mehr lernen und sich auch gestalterisch austoben, zum Beispiel mit Linoldruck. 

In der Zwischenzeit kehren die ersten Junior Ranger von ihrer Expedition zurück und können es kaum erwarten, von ihren Erfahrungen zu berichten. Am Ende der Rallye erschaffe ich mit den Kindern an meinem Stand Bildnisse, die zeigen, wie die Kreatur wohl aussehen könnte, nachdem sie so viel darüber gelernt haben. So manch wundersames Wesen ist dabei entstanden. Die echten Kreaturen bleiben aber wohl auch weiterhin in den Tiefen der Harzer Bergwildnis verborgen. Wir können uns nur glücklich schätzen, dass sie sich unseren entdeckerischen Junior Rangern gezeigt haben

Michelle Eichenberger

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Nationalpark Harz