Eingemurmelt bei den Murmeltieren
Nach einem gemütlichen Morgen mit Kaffee und ersten Sonnenstrahlen auf dem Balkon der großen Praktikanten-WG mache ich mich um 8:30 Uhr auf den Weg in Richtung Jennerbahn am Königsee. Hier treffe ich mich heute mit Barbara, einer Mitarbeiterin der mobilen Bildungsangebote des Nationalsparks, um den Infostand über Murmeltieren zu betreuen. Gemeinsam fahren wir in der Gondel den Jenner hinauf bis zur Mittelstation.
Der Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge ist umwerfend. Mit einer ca. 45-minütigen Wanderung im Anschluss an die Fahrt kann ich mir kaum einen schöneren Arbeitsweg vorstellen. Während des Weges erklärt mit Barbara einige Besonderheiten zu den Pflanzen und Schmetterlingen, die wir am Wegesrand beobachten können. Bereits auf dem Weg begegnen wir einigen Wanderenden – ob diese wohl wissen, dass sie an einem Murmeltierlebensraum vorbeilaufen?
Angekommen an einer ehemaligen Almhütte beginnen wir den Stand über die Murmeltiere, in Bayern auch Mankei genannt, aufzubauen. An unserem Informationsstand zu sehen sind neben einem ausgestopften Tier auch interaktive Elemente wie ein Murmelspiel anhand dessen die unterirdischen Bauten der Murmeltiere erklärt werden können. Das besondere Highlight des Standes sind Fernglas und Spektiv, denn direkt gegenüber von unserem Stand befindet sich diese bis zu 7 m tiefen Bauten der Tiere. Besuchende des angrenzenden Wanderwegs bekommen durch unseren Stand die Möglichkeit, nicht nur einiges über die süßen Nagetiere zu lernen, sondern diese auch direkt vor Ort zu beobachten und ihren Lebensraum kennenzulernen.
Schon nach einem kurzen Blick durch das Fernglas kann ich ein erstes Mankei entdecken. Es kommt aus seinem Bau und macht es sich auf einem nahegelegenen kleinen Felsen gemütlich. Ich habe wohl besonders Glück, denn in diesem Jahr sind sogar Jungtiere zu sehen. Mit dem Spektiv kann ich noch besser erkennen, wie es mit seinem Elternteil gemeinsam herumtollt.
Doch leider scheinen heute nicht alle so ein Glück zu haben: kurz nachdem der Stand aufgebaut und das Spektiv eingestellt ist, beginnen Wolken aufzuziehen – Regen.
Den Stand stellen wir schnell in der Almhütte unter und auch die Murmeltiere verkriechen sich zurück in ihre Bauten. So schnell habe ich wohl noch nie von T-Shirt auf Pullover, Fleece und Jacke gewechselt. Nach einem kurzen Blick auf die Wettervorhersage wird klar: vorbeikommenden Wandernden werden wir die Tiere heute wohl leider nicht mehr zeigen können. Barbara und ich beschließen zusammenzupacken und einen etwas verfrühten Feierabend einzuleitend. In den Bergen kann das Wetter nun mal schnell umspringen und man muss sich immer tagesaktuell an die Begebenheiten anpassen. Zurück in der WG lasse ich den Tag gemeinsam mit den anderen bei einer Folge „In höchster Not“ über die Bergwacht in der Ramsau ausklingen.
Es mag zwar ein etwas verkürzter Tag gewesen sein, doch den Anblick der Murmeltiere werde ich nie vergessen.
Steffi S.
Umweltpraktikantin 2026
Ort
Nationalpark Berchtesgaden