Ein Tag zwischen Wiesen und Storchennestern
Unser Tag im Juni begann ganz entspannt mit einem gemeinsamen Frühstück in der Wohnung, in der wir während unserer Praktikumszeit wohnten. Anschließend schwangen sich meine Mitpraktikantin Luise und ich, wie jeden Morgen, auf unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg zu unserer Arbeitsstelle: Dem Haus für Mensch und Natur. Dort befinden sich die Verwaltung sowie ein Teil der Naturwacht des Biosphärenreservats Spreewald.
An diesem Tag erwartete uns eine besondere und für mich besonders lehrreiche Aufgabe. Gemeinsam mit Rangerin Leonie von der Naturwacht machten wir uns auf den Weg, um verschiedene Grünflächen im Spreewald zu kartieren. Dafür fuhren wir mit dem Auto mehrere Wiesenstandorte an. Vor Ort liefen wir die jeweiligen Flächen systematisch ab und bestimmten die dort vorkommenden Pflanzenarten. Unterstützt wurden wir dabei von Bestimmungsbüchern und einer Bestimmungs-App.
Nachdem wir die verschiedenen Pflanzenarten identifiziert hatten, schätzten wir zusätzlich den jeweiligen Deckungsgrad der einzelnen Arten. Dabei konnte ich meine Artenkenntnis deutlich erweitern und viele neue Pflanzen kennenlernen. Besonders hilfreich waren dabei die Erklärungen von Rangerin Leonie, die uns geduldig die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Pflanzenarten zeigte. Durch die zahlreichen Wiederholungen konnte ich mir einige Merkmale, im Laufe des Tages immer besser einprägen. Besonders spannend fand ich die typische Vegetation der Nasswiesen, mit der ich mich bisher nur wenig beschäftigt hatte. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Seggen- und Binsenarten, wie die Ufer-Segge und die Sumpf-Segge.
Am Nachmittag stiegen die Temperaturen auf den offenen Wiesen deutlich an. Deshalb wechselten wir zu einer anderen Aufgabe: Der Kartierung der Storchennester im Spreewald. Dafür fuhren wir verschiedene bekannte Neststandorte ab und dokumentierten, an welchen Stellen in diesem Jahr tatsächlich ein Storchennest errichtet worden war. Wenn wir auf ein besetztes Nest trafen, kamen Ferngläser und Spektiv zum Einsatz. Damit konnten wir aus sicherer Entfernung beobachten, ob sich Jungtiere im Nest befanden und möglichst genau feststellen, wie viele es waren.
Nach diesem abwechslungsreichen, warmen und vor allem lehrreichen Arbeitstag machten wir uns schließlich wieder auf den Weg zurück zu unserer Wohnung. Dort ließ ich die vielen Eindrücke des Tages, bei einem ruhigen Spaziergang über die umliegenden Felder, noch einmal Revue passieren. So konnte ich den ereignisreichen Tag, inmitten der Natur, entspannt ausklingen lassen.
Wilma Mache
Umweltpraktikantin 2026
Ort
Biosphärenreservat Spreewald