Draußen und Drinnen

Eine Person überprüft Messgeräte.

Es ist ein Freitag und gegen Ende-Mitte Juni und die Temperaturen sind in den letzten Tagen schlagartig von dem hier im Norden typischen grauen Regenwetter um 15 Grad gestiegen und kündigen sich mit so 30 Grad an. Da es Freitag ist, ist sowieso kaum einer in der Verwaltung. Die meisten ziehen es vor, am letzten Tag der Woche Homeoffice zu machen, aber gefühlt ist es an diesem Morgen noch ruhiger. Auch gestern schon waren weniger Leute da. 

Die Urlaubszeit hat begonnen und manche der Kollegen hat es in ferne Länder verschlagen. Ich sitze momentan auch alleine in einem Dreipersonenbüro. Eine Kollegin ist am Mittwoch in den Ruhestand gegangen und die andere ist in Südafrika im Urlaub. 
Jährlich stehen hier in Wilhelmshaven die Zugvogeltage im Herbst an und dafür müssen noch Infomaterialien mit den Programmen der Inseln und Festlandsgebiete des Nationalparks erstellt werden. Eigentlich sollte ich heute anfangen, mitzuhelfen, zu überprüfen, ob alle Infos vorhanden sind, damit die Programmhefte gedruckt werden können. Wir werden zu dritt an der Infovorbereitung arbeiten. Ab August übernimmt dann eine Praktikantin nur für die Zugvogeltage. Allerdings liegen die Daten noch nicht alle bereit zum Durchsehen, also habe ich eine spontane Planänderung. Ich gehe heute raus. 

Da eine der Rangerinnen wegen Krankheit ausgefallen ist, muss der Forschungsdezernent selber rausfahren, um zu überprüfen, ob die Wildtierkameras noch Batterien haben und die Audio-Moth noch laufen. In einem anderen Gebiet hatte eine Rangerin bemerkt, dass die Batterien der Kameras leer waren, auch wenn sie laut Planung noch länger laufen sollten. Deswegen musste der Batteriewechsel spontan untergebracht werden. 

Da er sich den Finger gebrochen hatte, durfte ich mit ihm Auto fahren und helfen, die Wildtierkameras zu überprüfen. Zum Glück wurde ich gestern schon gewarnt, dass wir vielleicht spontan losfahren und ich hatte mir dementsprechend Wanderschuhe angezogen. Also verbrachte ich einen Vormittag damit, an den Elisabethaußengroden zu fahren. Die Pfosten mit den Kameras und Audioaufzeichnungsgeräten standen mehr oder weniger tief in der Salzwiese und waren dementsprechend mehr oder weniger gut auffindbar. 

Gegen 20 vor 2 waren wir wieder zurück an der Nationalparkverwaltung. Nach einer Mittagspause mit einem Spaziergang am Hafen entlang, setzte ich mich wieder an den Schreibtisch. Eigentlich geht immer eine ganze Gruppe von Leuten ihre halbe Stunde Mittagspause am Hafen einmal lang, aber heute war ja kaum einer da. Am Schreibtisch kümmerte ich mich dann um die weitere Befüllung der Fotodatenbank. Die Verwaltung hatte eine neue Online-Datenbank bekommen, namens MediaFlow, und nun mussten die Bilder von den lokalen Servern dort hochgeladen und verschlagwortet werden. Da eines der Nationalparkhäuser angefragt hatte, welche Zeichnungen von Tieren und Pflanzen wir denn besitzen, die es für Ausstellungen benutzen könnte, habe ich mich dran gesetzt, die letzten Tierzeichnungen hochzuladen und mit den Pflanzen anzufangen. 
Gegen 4 ging ich dann nach Hause.

Franka Bernhardi

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer