Die erste eigene Führung

Aussicht von der Mittagspause auf eine hügelige Waldlandschaft.

 

Bereits am Morgen habe ich mich sehr auf diesen Tag gefreut. Heute ist es endlich soweit: Ich gestalte meine erste eigene Führung. Ich packe alle Materialien zusammen, lese mir noch einmal meine Planung durch und dann breche ich auf in Richtung des Treffpunkts.

Die Gruppe, die ich führen darf, sind Vorschulkinder im Alter von ca. 5 Jahren. Direkt am Anfang spüre ich viel Neugier und viel Energie, aber auch viele offene Fragen. Die Motivation ist groß, aber der Fokus und die Konzentration müssen durch mich noch kanalisiert werden. Dennoch gelingt der Start und die Gruppe lässt sich zum Loslaufen motivieren. Das Thema der Führung ist das KiTa-Modul „Sommer“. 

Gemeinsam mit den Kindern und der Stoffwildkatze Felis (abgeleitet vom lateinischen Namen Felis silvestris) gehen wir das letzte Stück zum Pausenplatz als Barfußgang und spüren den kühlen Waldboden in der sommerlichen Wärme. Nach der Pause machen wir eine Traumreise zum Thema Schlingnatter. Dazu kommen noch zwei Spiele, die die Schlange veranschaulichen sollen und die Stimmung auflockern.

Wir fertigen eine Geräuschekarte an und sind dazu 5 Minuten komplett leise und zeichnen alles, was wir hören. Diese Aufgabe gelingt den Kindern erstaunlich gut und sie genießen die Ruhe sehr, wie sie nachher rückmelden. Als Wiesenforscher sollen die Kinder zum Abschluss noch vorsichtig verschiedene Insekten, Spinnen und andere Kleintiere einfangen: Gemeinsam betrachten wir Käfer und sogar einige Falter und lassen sie anschließend wieder frei. Den Lebenszyklus der Falter von der Raupe bis zum Schmetterling erarbeiten wir gemeinsam.

Zum Ende fasse ich noch einmal zusammen, was wir heute gesehen, erlebt und gelernt haben.
Die Kinder sehen von der Wanderung angestrengt aus und doch erfrischt durch die Führung.
Ich habe das Gefühl, die Kinder nehmen etwas mit und können nun den Begriff Nationalpark, die Rotbuche als Baumart und das Ökosystem Rotbuchenwald besser einordnen und haben einige Bilder dazu bekommen.

Ich kann sicher noch einige Übergänge besser gestalten und einige Erklärungen deutlicher und pointierter formulieren; dennoch bin ich zufrieden und nehme diese erste eigene Führung als gute Erfahrung mit. 

Umweltbildung ist eine tolle Aufgabe und es macht immer wieder Spaß neue Gruppen und Menschen zu sehen, die jedes Mal durch ihre eigene Dynamik andere Schwerpunkte setzen.
Ich freue mich auf viele weitere Erfahrungen, tolle Momente und prägende Erlebnisse im Nationalpark.



 

Leon Schmidt-Banerjee

Umweltpraktikant 2026

Ort

Nationalpark Kellerwald-Edersee