Das Junior Ranger Sommercamp 2026
Es ist Samstag früh, mein Wecker klingelt um 06:30 Uhr. Das tut er nicht so oft am Samstagmorgen, aber heute ist ein besonderer Tag; das Junior Ranger*innen Sommercamp ruft! Nach mühsamer und aufwendiger Planung des Camps hat uns das Wetter am Vortag leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber kein Problem! Denn selbst wenn das Camp jetzt einen Tag später startet, freue ich mich sehr auf das kommende Wochenende mit den Junior Ranger*innen.
Wir treffen uns um 8 Uhr am Zeltplatz der Jugendherberge Ibenhorst, nicht weit entfernt vom Amtsgebäude. Also nehme ich das Fahrrad. Die frische Morgenluft kühlt meine Haut und der Wald mitsamt seinen Bewohnern begrüßen mich herzlich. Nach 15 Minuten Fahrt stehen Josephine Scheeler (Leitung der Umweltbildung und meine Arbeitskollegin) und ich auf dem Zeltplatz und wir begrüßen die Kinder, suchen uns einen Platz zwischen den Linden und Birken, wo wir alle unsere Zelte beieinander aufstellen können. Das Zelte Aufbauen gelingt schnell. Die Kinder helfen und auch zwei Rangerinnen sind zur Unterstützung heute tagsüber dabei.
Mit Lunchpaketen bepackt schwingen wir uns alle auf unsere Räder und düsen los in Richtung Darßer Ort, zum Leuchtturm. Die 10 Kilometer fahren sich gut durch den Wald. Die Strecke und den Tagesplan mussten wir kürzen, da wir aufgrund des Sturms einen Nachmittag streichen mussten… Das ist halb so wild, die Kinder strampeln fleißig und nach circa 40 Minuten stehen die Räder angeschlossen am Darßer Ort! Das Wetter heute enttäuscht nicht, die Sonne grüßt uns und ein seichter Wind weht.
Am Leuchtturm verteilen wir kleine Entdeckerheftchen, welche ich die Tage vorher designed, gedruckt und dann als Heftchen fertiggestellt habe. Darin befinden sich kleine Aufgaben, die die Junior Ranger*innen über den Tag verteilt erledigen sollen. Wir machen uns auf den Weg und laufen den Rundwanderweg am Darßer Ort. Auf dem Weg erklärt uns die Rangerin Heike wie das mit der Küstendynamik auf der Halbinsel aussieht und wieso diese Prozesse so schützenswert sind. Verteilt über den ganzen Weg bekommen wir außerdem die Chance Rotwild, Schwalben, Grünschenkel und Kiebitze zu sehen! Die kleinen Ranger*innen gehen den Aufgaben im Heftchen nach und notieren sich fleißig, was sie alles entdecken und lernen konnten. Nach einer kleinen Pause und einem wohlverdienten Eis am Leuchtturm geht es circa 17 Uhr zurück zur Jugendherberge, wo das Abendprogramm bevorsteht.
Wir grillen und essen gemeinsam, danach wird gespielt. Der Abend wird noch richtig lustig, alle haben Spaß und kommen super miteinander zurecht, das ist echt schön! Nach einigen Runden Nationalpark-Twister, das Spiel „Dörte hört alles“ und auch noch Werwolf kehrt Nachtruhe ein. Alle ziehen sich in ihre Zelte zurück und wir schlafen ein – bis mich ein Tropfen im Gesicht weckt. Links neben meinem Kopf bildet sich bereits eine kleine Pfütze, ich muss schmunzeln; also doch noch ein kleines Abenteuer in der Nacht. Ich spanne draußen noch schnell ein Tarp ab, um den Rest des Regens, der die ganze Nacht auf uns herabfallen wird, vom Zelt fernzuhalten und lege mich wieder in meinen Schlafsack. Am nächsten Morgen wird nach dem Frühstück abgebaut und wir verabschieden uns von den Ranger*innen.
Junior Ranger*innen-Sommercamp gemeistert – was für ein Tag!
Hilal Erboga
Umweltpraktikantin 2026
Ort
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft