Auf hoher See

Blick auf ein Segelschiff mit dem Meer im Hintergrund

Heute steht etwas Besonderes an: ich darf auf der „Friedrich“ mitsegeln – und zwar mitten durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer! 

Seit einer Woche schon ist die Besan Ewer „Friedrich“ auf Norderney, wo ich gerade mein Umweltpraktikum in den Watt Welten mache. Die „Friedrich“ ist ein traditionelles Segelschiff, welches 1910 in der Werft D. Ropers Witwe in Stade gebaut wurde.

Damals war es ein Frachtsegler und hat überwiegend auf der Unterelbe die großen Städte in Deutschland, aber auch bis nach Süd-Dänemark hauptsächlich mit Baumaterialien versorgt. Viel von der alten Einrichtung ist noch erhalten, aber heute sind Kajüten mit Schlafplätzen im ehemaligen Laderaum, es gibt eine Küche, Sanitäranlagen, moderne Technik, wie auch einen Motor, falls der Wind mal nicht richtig steht. 

Der gemeinnützige Verein der „Friedrich“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, um ihnen mit Aktionen wie dem „schwimmenden Klassenzimmer“ oder eben Fahrten für Tourist*innen durch das Wattenmeer auf Norderney „das Gefühl der Freiheit und Gemeinschaft“ zu vermitteln. 

Für uns hieß es also um 10 Uhr (knapp 2 ½ Stunden vor Hochwasser) „Leinen los“. Entlang der Wattseite der Insel vorbei an der Bucht, wo ich sonst zu Niedrigwasser auf Wattwanderungen unterwegs bin, am Leuchtturm vorbei bis zum, meiner Meinung nach, schönsten Teil der Insel. Fast der gesamte Osten von Norderney ist nämlich Ruhezone (also Schutzzone I im Nationalpark). Das heißt dort gibt es keine Straßen und nicht mal einen Fahrradweg. Man kann nur zu Fuß auf einem Wanderweg in den Dünen oder außerhalb der Brutzeit auch durch die Salzwiesen laufen und die wunderschöne Landschaft genießen. 

Auf dem Weg erklären meine Kollegin und ich immer wieder Verschiedenes zum Nationalpark, der Landschaft oder den Tieren, die uns unterwegs so begegnen. Am Ostende sehen wir zum Beispiel ganz viele Seehunde und Kegelrobben, die auf dem Sandstrand liegen und sich sonnen. Einige schwimmen uns sogar im Wasser hinterher. 

Auf dem Rückweg lassen wir dann eine Baumkurre, also ein spezielles Grundschleppnetz ins Wasser und schauen uns anschließend den Fang genauer an. Wir finden Strandkrabben, Einsiedlerkrebse, Garnelen, Seesterne, Plattfische, Quallen und vieles mehr. Nach ca. 5 Stunden legen wir dann wieder im Hafen von Norderney an und verabschieden die Gäste und die Segelcrew. 

Dieser besondere Tag wird mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben!

Imke Fortmeier

Umweltpraktikantin 2026

Ort

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer