Auf der Suche nach der Wiesenweihe

Zwei Umweltpraktikantinnen im Einsatz (Foto Laura Marz)

Ab nach draußen! Neben meinem eigentlichen Projekt im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, bei dem ich einen digitalen Rundgang zum Thema Storch erstelle, freue ich mich immer wieder über die Möglichkeit auch mal in einen anderen Bereich hinein zu schnuppern. Heute begebe ich mich auf die Suche nach der Wiesenweihe (Circus pygargus).

 

Zusammen mit Ron, dem Zuständigen für Arten- und Biotopschutz und meiner Mitpraktikantin Louisa fahren wir bei strahlendem Sonnenschein von Rühstädt aus, über teils holprige Waldwege, an den Rand des Rambower Moors. Dort treffen wir auf Krista, eine Ornithologin, die schon seit einigen Jahren die Wiesenweihe beobachtet. 

In der Region gibt es insgesamt nur noch 2-3 Brutpaare, die im Gegensatz zu vielen anderen Vögeln auf dem Boden brüten. Die Wiesenweihe ist stark gefährdet, insbesondere durch Gelegezerstörungen und Habitatverschlechterungen aufgrund der Ernte oder Mahd während der Brutzeit. Weitere Gefährdungsfaktoren sind die Prädation durch heimische Saugetiere und die Vergiftung durch Mäuse, die beim Einsatz von Rodentiziden in der Landwirtschaft vergiftet wurden. Im Biosphärenreservat ist letzteres jedoch von geringerer Bedeutung.

Um die Art zu schützen ist es daher wichtig, die Nester zu finden, zu kennzeichnen und durch einen Zaun zu schützen. Die Nestsuche gestaltet sich jedoch oft sehr schwierig, da das Weibchen das Nest nur für die Beuteübergabe verlässt und dieser Moment der einzige Hinweis ist, wo sich das Nest befindet. Deshalb ist es heute unsere Aufgabe, die Wiesenweihe zu beobachten und hoffentlich diesen Moment abzupassen.

Ausgestattet mit Ferngläsern und Spektiv begeben wir uns in Position und schon nach wenigen Minuten erhalten wir den ersten Anruf, ein Männchen fliegt direkt in unsere Richtung. Leider können wir es nicht mehr sehen, doch nur kurze Zeit später fliegt ein großer grau schwarzer Vogel tief über das Rapsfeld, die männliche Wiesenweihe ist zurück. Sofort rufen wir Krista an, die sich auf der gegenüberliegenden Seite der Felder positioniert hat, doch die Wiesenweihe ist schon in einer Hecke verschwunden. Wir bekommen sie noch ein weiteres Mal zu Gesicht, leider auch diesmal wieder ohne Beute. 

Auch wenn wir das Nest leider nicht finden konnten, war es eine tolle Erfahrung, eine so seltene Art einmal live zu sehen. Glücklich und erschöpft treten wir die Heimreise an.

Laura Marz

Umweltpraktikantin 2021

Ort

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg